Die Vorteile Binärer Optionen in Bezug auf Flüchtigkeit

Binäre oder auch Digitale Optionen stellen eine Unmenge von Möglichkeiten für Händler dar, um das Beste aus ihren Einsätzen zu machen. Dies ganz ohne extreme hohe Flüchtigkeiten, die den Wert einer Option so weit steigern, dass sie als Mittel zur Spekulation unbrauchbar wird. Viele Händler fragen sich, wieso man nicht einfach eine normale Option kauft, um so zu spekulieren, ob der Markt nach Ablauf einer gewissen Zeitspanne höher oder niedriger sein wird. Man sollte dies nicht tun, da eine digitale Option in einem flüchtigen Markt eine billigere Alternative zu den regulären Vanillaoptionen darstellt.

Wie ist dies möglich?

Eine binäre Option wird “binary” genannt, weil sie entweder in- oder out-of-the-money ist. Die Auszahlung ist überdies hinaus ein fixer, vorher bekannter Geldbetrag. Die Definition von “binär“ ist “ein” oder “aus”, weshalb man entweder Alles bekommt oder Nichts. Binäre Call Optionen zahlen aus, wenn der zugrunde liegende Aktivposten oder Marktpreis den Strikepreis beim Auslaufzeitpunkt übersteigt. Die Auszahlung ist ein fixer Betrag, unabhängig vom Unterschied von Strikepreis und aktuellem Marktpreis. Eine binäre Put Option zahlt aus, wenn der Preis der zugrunde liegenden Aktivpostens beim Auslaufen der Option geringer ist als der Strikepreis.

Es gibt einen Unterschied bei der Auspreisung von binären Optionen im Vergleich zu Vanillaoptionen. Vanillaoptionen werden mithilfe eines Black Scholes Modells ausgepreist, das den zugrunde liegenden Preis des Aktivpostens, Zinsraten, den Strikepreis und die derzeitige, angenommene Flüchtigkeit kombiniert. Die angenommene Flüchtigkeit ist einer der einflussreichsten Inputs. Steigt die angenommene Flüchtigkeit, so steigt auch der Preis der Vanillaoption. 

Einer der größten Unterschiede zwischen Vanilla und binären Optionen ist der, dass die Auszahlung bei binären Optionen fix ist. Das bedeutet, dass die Differenz zwischem zugrunde liegendem Aktivposten und dem Strikepreis keinen Einfluss auf die Höhe der Auszahlung hat. Zum Beispiel liefert die Call Option einer Aktie mit dem Strikepreis von $10 mit einer Auszahlung von $1 dieselbe Auszahlung, wenn der Preis der Aktie entweder $10.01 oder $20 ist. Somit steigt der Wert der Option nicht mit dem Ansteigen des Aktienpreises. Die binäre Optione kann als preisähnlich mit einem sehr engen Bull-Callspread bezeichnet werden. 

Ein Bull-Callspread ist eine Optionsstruktur, bei der ein Händler eine niedrig ausgepreiste Calloption kauft und gleichzeitig eine höher ausgepreiste Calloption verkauft. Die Auszahlung auf eine Calloption mit Bullspread ist fix. Zum Beispiel kauft ein Händler einen $10 Strike für die Aktie ABC und verkauft gleichzeitig einen $10.10 Call der selben Aktie. Bewegt sich der Preis der Aktie auf $10.50 oder $11, dann ist die Auszahlung für den Händler immer 10 Cents ($10.10 – $10.00). Das gegenteilige Beispiel kann zur Illustration eines Putspreads verwendet werden. 

Folgende Grafik erläutert die Funktionsweise eines Bull-Callspread. Wenn sich der Markt von unter dem niedrigerem Call nach oben bewegt, ist die Auszahlung null, bis der erste Callstrike erreicht wird. Zwischen den Strikes steigt die Auszahlung und bleibt fix, sobald der höchste Strike erreicht wird. 

Der Preis der niedriger ausgepreisten Call wird ein wenig höher sein als der Preis der höher ausgepreisten Call. Der Händler muss eine Prämie zahlen für die niedrigere Call, erhält jedoch selbst eine Prämie für die höhere Call. Die beiden Calls werden sich gegenseitig aufheben, mit einer kleinen Ausgabe durch den Kauf des Bull-Callspread. Die angenommene Flüchtigkeit, die mit dem Kauf der niedrigeren Call zusammenhängt, wird (fast) von der angenommenen Flüchtigkeit des höheren Call ausgeglichen. Das involvierte Risiko wird die meiste Zeit über auch ausgeglichen.

Dies bedeutet, dass eine höhere angenommene Flüchtigkeit wenig Einfluss auf die Callspread-Prämien haben wird. Man kann auch sagen, dass, je größer die Auszahlug, desto mehr Einfluss hat die angenommene Flüchtigkeit auf die Prämien des Callspread. Zusätzlich hierzu kann die Flüchtigkeits-Schieflage einen positiven oder negativen Einfluss auf die Prämien ausüben.

Da eine binäre Option ähnlich einem Callspread oder Putspread ausgepreist wird, kann ein Händler annehmen, dass bei hoher angenommener Flüchtigkeit, es attraktiver ist, binäre Optionen zu kaufen als Vanillaoptionen. Theoretisch sollten binäre Optionspreise fast immun sein gegen steigende angenommene Flüchtigkeiten. Je größer die Auszahlung im Vergleich zu den Prämien ist, desto höher wird diese von Änderungen der angenommenen Flüchtigkeiten beeinflusst.