Die technische Analyse ist das Studium von Aktivpostenpreisen, um so zukünftige Marktbewegungen erahnen zu können. Markteilnehmer, die sich der technischen Analyse bedienen, gehen davon aus, dass die Mehrheit der verfügbaren Informationen bereits im Wert eines Aktivpostens enthalten ist. Beachtet man dies, wird das Studium eines Preisverhaltens helfen, den nächsten Schritt des Finanzinstruments abzusehen. Es gibt eine Vielzahl an technischen Analysen, die Anwendung finden bei der Ermittlung zukünftiger Preise.
Die Kunst der technischen Analyse kann einem Investor helfen Positionen zu eröffnen, zu beenden und das Risiko einer Position zu managen. Technischen Analysen werden unterteilt in unterschiedliche subjektive und objektive Studien, die verschiedenen Händler verschiedene Ziele ermöglichen. Einige der objektiven Studien sind Trendverfolgungsstudien, Mittelrückfallstudien und Momentstudien. Die subjektiven Studien sind u.a. Mustererkennung sowie Support und Resistance.
Trendverfolgung:
Trendverfolgungsstrategien sind technische Analysestrategien, die vergangene Preise studieren, um festzustellen, ob ein Finanzinstrument einem Trend unterliegt oder nicht. Ein Trend ist eine bestimmte Richtung, der ein Finanzinstrument über eine gewisse Zeit lang folgt. Der einfachste und effektivste Weg zur Analyse eines Trends ist es, vergangene gleitende Mittel von bestimmten Finanzinstrumenten zu betrachten. Ein gleitendes Mittel ist ein Mittelwert, bei dem die neuesten Tage von der Mittelwertberechnung ausgenommen werden. In einem 5-Tage gleitendem Mittel des sechsten Tages, wird Tag 1 von der Mittelwertberechnung ausgenommen.
Ein Beispiel für eine Trendanalyse:
Nehmen wir an, dass ein Investor den Preis des AUD/USD Währungspaares analysiert sowie das 10-Tage und 40-Tage gleitendes Mittel des Währungspaares. Ein Trend kann möglicherweise gefunden werden, wenn das 10 Tage gleitende Mittel das 40 Tage gleitende Mittel über- oder unterschreitet. Gleitende Mittelstrategien sind robuste, technische Analysestrategien, die Trends auffinden können. Für sich alleine genommen sind diese Strategien jedoch nicht fähig, den besten Entry-Punkt für den Einstieg in den Markt zu finden. Die meisten trendfolgenden Strategien erzeugen Signale, die öfter falsch als richtig sind. Das Geld, das man jedoch während einem Trend machen kann überwiegt bei Weitem das Geld, das man verlieren kann, wenn man falsch liegt. Ein Beispiel, wie man mit technischen Analysen erfolgreich handelt unter diesen Annahmen: Wäre eine Strategie 33% der Zeit profitable und 66% der Zeit unprofitabel, erzeugt jedoch 10 Dollar bei profitablen Geschäften und verliert 2 Dollar bei unprofitablen, dann wäre die Strategie an sich profitabel (bei 6 Geschäften – 2 Gewinne, 4 Verluste – Profit = 2 * 10 oder 20, Verluste = 4 * 2 oder 8 = 20 – 8 = 12). Technisches Handeln erfordert gute Risikomanagementtechniken, die dem Händler helfen, den Markt zum richtigen Zeitpunkt zu verlassen.
Moment:
Das zweite Tool, das häufig verwendet wird bei trendfolgenden Strategien ist die gleitende Mittel Konvergenz-Divergenz oder MACD. Diese Strategie misst das Moment eines Markts und bestimmt, ob das Moment fällt oder sinkt. Der MACD Indikator misst die täglichen Veränderungen des gleitenden Mittels und vergleicht eine kurzzeitige gleitendes Mitteländerung mit einer längerfristigen gleitendes Mitteländerung. Sind die Änderungen des kurzzeitigen gleitenden Mittels größer, dann wird der MACD steigen und zeigt ein steigendes Moment an. Der umgekehrte Fall trifft zu, wenn der MACD sinkt.
Rückfall zum Mittel:
Eine weitere technische Strategie ist die Mittelrückfallstrategie. Rückfall zum Mittels bedeutet, dass das Finanzinstrument auf seinen Mittelwert zurückfallen wird, nachdem es eine gewisse Zeit von diesem entfernt war. Eine gute Analogie hierzu ist ein Gummiband, dass man eine gewisse Distanz dehnen kann, bevor es wieder zurückschnappt. Diese Art von Analyse ist sinnvoll für zwei Unternehmen, die ähnliche Geschäftsmodelle aufweisen. Zum Beispiel kann ein Händler die Mittelrückfallanalyse auf Coca Cola und Pepsi anwenden. Ein technischer Indikator, der von Analysten zur Messung von Mittelrückfällen verwendet wird, sind Bollinger Banden. Bollinger Banden sind mathematische Formeln, die eine bestimmte Standardabweichung um ein bestimmtes Mittel berechnen.
Eine zweite Gruppe technischer Indikatoren zur Messung des Mittelrückfalls sind relative Stärke und stochastische Indikatoren. Beide technische Indikatoren messen, wir rasch ein Markt sich kurzzeitig bewegt hat relativ zu langfristigen Bewegungen. Diese Indikatoren erzeugen einen Index, der von Händler zur Abschätzung eines überkauften oder überverkauften Markts verwendet wird.
Mustererkennung:
Eine weitere Form der technischen Analyse ist die Mustererkennung. Bei dieser Analyseform sucht der Händler nach bestimmten Mustern innerhalb der Preisbewegung, um ein Muster zu finden, dass sich für Vorhersagen eignet. Ein Beispiel wäre ein “head and shoulders pattern” (Kopf und Schultern – Muster). Ein “head and shoulder pattern“ bildet zwei Schultern und einen Kopf. Generell wird der Markt nach der zweiten Schulter zu sinken beginnen.
Technische Analysten erzeugen ebenfalls Trendlinien um Support und Resistance festzustellen. Die Trendlinienanalyse ist subjektiv, doch als allgemeine Regel lässt sich sagen, dass Hochs mit Hochs und Tiefs mit Tiefs verbunden sind, um so eine Trendlinie zu erzeugen.
Die technische Analyse ist ein hilfreiches Tool, dass Marktteilnehmern bei der Entwicklung einer Handelsstrategie helfen kann oder in Zusammenarbeit mit anderen Handelsstrategien. Das Studium der technischen Analysen hilft darüber hinaus Händlern noch einen Einblick in das Verhalten anderer Händler zu gewinnen. Dieser Artikel beschäftigte sich mit einigen allgemeinen Ideen, die man beim Start seiner Handelskarriere anwenden kann. Es gibt zahlreiche Bücher und Artikel über fundamentale und technische Analysen. Ein Investor sollte sich die Mühe machen, diese Analyseformen kennenzulernen und zu studiere, um so eine effektive Handelsstrategie entwickeln zu können.
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