Statistisches Handeln

Es gibt zahlreiche Methoden um am Währungsmarkt zu handeln und eine der kompliziertesten ist statistisches Handeln. Statistisches Handeln verwendet mathematische Formeln, um herauszufinden, in welche Richtung sich ein Währungspaar bewegen wird. Eine der üblichsten statistischen Handelsformen am Devisenmarkt ist die Mittelrückfallstrategie. 

Mittelrückfall bedeutet, dass das Währungspaar auf den Mittelwert zurückfallen wird, nachdem es von diesem für eine gewisse Zeit wegbewegt war. Eine gute Analogie hierzu ist sich vorzustellen, wie weit ein Gummiband ausdehnbar ist, bevor es zurückschnallt. Währungen, deren Wirtschaft ähnlich ist oder die große Handelspartner sind, tendieren dazu, Mittelrückfall-Währungswerte zu haben. Zum Beispiel betrachten wir monatliche Diagramme von AUD/CAD, die beide rohstofforientierte Exportländer sind. Ihre Währungen scheinen sich auf einen Mittelwert einzustellen in den letzten 10 Jahren. Bei der Beschreibung des statistischen Handels helfen technische Indikatoren zur Messung des Mittelrückfalls, so wie die Bollinger Banden. Bollinger Banden sind mathematische Formeln, die eine gewisse Standardabweichung um ein bestimmtes Mittel berechnen. Im unteren Diagramm, in dem sich das Währungspaar AUD/CAD Ende 2008/Anfang 2009 über die obere Bollinger Bande bewegt hatte, dehnte sich das Währungspaar über die 2fache Standardabweichungsgrenze hinaus und fiel wieder auf den Mittelwert zurück.  Mitte 2006, als das Währungspaar die untere Bollinger Bande durchstieß, bewegte es sich erneut wieder zum Mittelwert zurück. Diese Bewegungen sind großartige Darstellung des statistischen Handelns.

Eine zweite Gruppe von technischen Indikatoren, die zur Messung des Mittelrückfalls dienen, sind Relative Stärken und Stochastische Indikatoren. Beide technischen Indikatoren messen, wie rasch sich ein Markt in kurzen Zeitspannen bewegt hat, relativ zu den Bewegungen in längerfristigen Zeitspannen. Diese Indikatoren erzeugen einen Index, der von Händlern dazu benutzt wird, zu bestimmen, ob der Markt überkauft oder überverkauft ist. Die Level des RSI über 70 werden als überkauft, die Level unter dem RSI Index von 30 als überverkauft angesehen. Der RSI ist für sich gesehen ein solides Messinstrument für Marktempfindlichkeiten, das für einige Zeit fortbestehen kann, und in Verbindung mit anderen, statistischen Messungen verwendet werden sollte. Entwickeln Händler oder Analysten statistische Handelsstrategien, dann testen sie diese normalerweise mit vergangenen Daten.

Dieses Rückwärtstesten kann bei vielen Handelsplattformen durchgeführt werden, wobei Händler natürlich eher die Handelsstrategien wählen, die sich über die Zeit hin bewehrt haben. Die meisten robusten statistischen Handelsstrategien gewinnen mehr, als sie verlieren. Da diese Strategien keinen Trend definieren, sondern eher einen Punkt, wann der Markt wieder zum Mittel zurückkehrt, ist das Risiko normalerweise genauso groß wie der Verlust, den ein Händler bereit ist in Kauf zu nehmen. 

Zum Beispiel ist bei einer trendfolgenden Strategie das Signal zum Einstieg in ein Geschäft dazu fähig, mehr verlierende als gewinnende Geschäfte zu erzeugen. Da die gewinnenden Geschäfte höhere Profite aufweisen als die Verluste bei verlierenden, funktioniert die Strategie wahrscheinlich. Bei statistischen Handelsstrategien ist der Betrag, den man gewinnen kann, vermutlich gleich groß dem potentiellen Verlust. Mit diesem Risikoprofil ist es wichtig eine Strategie zu haben, die mehr gewinnt als verliert, wenn man statistische Handelsstrategien anwenden will.

Statistische Handelsstrategien funktionieren auch gut bei Binären Optionen Handelsplattformen. Händler können rückwärtstesten und gewisse binäre Risiken eingehen, wenn eine bestimmte Situation auftritt.